Station 5: Eisenspalterei/Familiengarten

Carl Eduard Ferdinand Blechen: Walzwerk Neustadt-Eberswalde, 1830

Südlich der Drahthammerschleuse (Restaurant „Schleusenkrug“ im ehemaligen Schleusenmeisterhaus) erstreckt sich die 1698 von dem Hugenotten Moise Aureillon gegründete Eisenspalterei. Ihr Name verweist auf eine Schneidewerk, mit dem gewalztes Eisen zur Weiterverarbeitung geschnitten wurde.
„Die Badegäste besuchen den Ort zu Fuße und zu Wagen um so häufiger, als er sich durch seine romantische Lage und mannigfaltige technische Merkwürdigkeiten empfiehlt“, notierte Bellermann 1829 in seinem Reiseführer.
2002 war das Gelände Schauplatz der zweiten Landesgartenschau Brandenburgs. Sie hat den 1992 stillgelegten Industriestandort zu neuem Leben erweckt. So wurde das 1816-1818 nach englischen Vorbildern errichtete Eisenwalzwerk mit seinen klassizistischen Fassaden saniert. Hier hatte 1830 der Maler Carl Blechen das Motiv für sein Gemälde „Walzwerk Neustadt-Eberswalde“, eine der frühesten Industriedarstellungen in der deutschen Kunstgeschichte, gefunden.

Auch als Ruine noch imposant – die stützenfreie Eisenhalle der Borsigwerke.

Die Eisenhalle westlich der Lichterfelder Straße wurde ursprünglich 1847-1849 von den Borsigwerken in Berlin-Moabit als Prototyp einer stützenfreien, beliebig erweiterbaren Konstruktion errichtet. Das Vorbild vieler Bahnhofs-, Fabrik- und Ausstellungshallen wurde dort um 1900 demontiert und auf den heutigen Standort am Finowkanal umgesetzt.

Familiengarten Eberswalde
Am Alten Walzwerk 1, 16227 Eberswalde
Öffnungszeiten: April–Oktober täglich 10–18 Uhr
Eintritt: Erw. 4 Euro, erm. 2 Euro
Telefon: (0 33 34) 38 49 10
www.familiengarten-eberswalde.de

Gartenwelt und Kran im Familiengarten Eberswalde.